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17. November 2013

Durch Badumbau Eigenständigkeit zurückgewonnen

Für alle Zeiten gut aufgehoben

Heute das Bad zu planen, in dem man für alle Zeiten gut aufgehoben ist, stellt von außen betrachtet kein Problem dar. Die Technik ist längst vorhanden, das Design überzeugt, die Gestaltungsmöglichkeiten sind höchst vielfältig, und die Badprofis stehen bereit.

Der eigentliche, im Grunde „innere“ Konflikt: den ersten Schritt zu machen und das rechtzeitig. Manchmal jedoch ändern sich die persönlichen Bedürfnisse urplötzlich und über Nacht, und Abläufe, die einst zur täglichen Routine gehörten, müssen nicht nur neu erlernt, sondern auch neu organisiert werden. Wenn Beine und Arme durch Krankheit oder einen Unfall nicht mehr soll wollen und statt Besserung mit Verschlimmerung zu rechnen ist, dann kann längeres Verweilen vor dem Waschtisch großen Anstrengungen mit sich führen und das Einsteigen in die Badewanne sogar größere Risiken bergen. Vor genau dieser Situation stand die an Multiple Sklerose leidende Katharina Preuß aus Unkelbach vor dem Umbau ihres Bades, das weder altersgerecht, noch barrierefrei war.

Eine Badewanne, eine separate Dusche, ein Waschtisch mit ausreichend Stauraum in unmittelbarer Nachbarschaft, ein WC und sogar ein großes Fenster: Das alte Bad von Familie Preuß bot mit Blick auf die knappe Fläche von rund 7 Quadratmetern den Standard, der gemeinhin von einem Bad erwartet wird. Doch mit der Krankheit von Katharina Preuß war Standard nicht mehr genug. Gemeinsam mit erfahrenen Badplanern und -bauern galt es, fehlende Sicherheit und auch besseren Komfort zu ergänzen. Das allerdings ging nicht ohne Komplettumbau.

Für alle Zeiten gut aufgehoben
VORHER: Nicht nur bei Krankheit: Auch wenn das Alter spürbar wird, müssen Stolperschwellen Lösungen weichen, die bodeneben sind. Foto: VDS
Für alle Zeiten gut aufgehoben
VORHER: Alles da, für alles gesorgt – nur das Sitzen fiel an dem alten Waschplatz schwer, denn wohin mit den Beinen? Bei der Neuplanung stand daher eine Lösung ohne Unterbau ganz oben auf der Muss-Liste. Foto: VDS
Mit dem neuen Bad an Eigenständigkeit zurückgewonnen

Seitdem Frau Preuß jedoch über eine Dusche ganz ohne Stolperschwelle, dafür aber mit Sitzgelegenheit sowie über einen unterfahrbaren Waschtisch mit berührunglso funktionierender Armatur verfügt, hat sie wieder ein großes Stück Lebensqualität, vor allem aber Eigenständigkeit zurückgewonnen. Ein Plus an Komfort und Sicherheit bietet ein Sitz in der Dusche. Griffe und Stangen sorgen zusätzlich für Halt. Leichtgängig zu öffnende Schränke mit Schubladen, die sich quasi selbst zurückziehen, sowie kippsicheren Ablagen sind nicht nur praktisch, sondern helfen, bei einem unerwarteten Wackler Verletzungen durch das Mitreißen von Utensilien zu verhindern.

Biltzsauberer Komfort- und Hygienegewinn

Auch am neuen Dusch-WC winkt auf Knopfdruck ein Höchstmaß an Wohlbefinden und Hygiene. Nach dem Toilettengang sprudelt körperwarmes Wasser und reinigt dort, wo sonst Toilettenpapier zum Einsatz kommt. Der Wasserstrahl ist beweglich und kann variiert werden. Anschließend trocknet ein warmer Luftstrom die empfindliche Haut. Alle Funktionen sind individuell regulierbar, von der Position des Duscharms über die Wassertemperatur und -intensität bis hin zum Fön. Dank speicherbarer Benutzerprofile haben Katharina Preuß und ihr Mann alle Vorlieben nur einmal eingestellt und rufen sie nun einfach über die Fernbedienung wieder ab. Um die notwendige Sauberkeit des Dusch-WCs zu garantieren, wird der Duscharm vor und nach jeder Benutzung automatisch mit frischem Wasser gespült. Für schnelle Handhabung und absolute Sauberkeit lassen sich Sitz und Deckel mit wenigen Handgriffen zur Reinigung einfach abnehmen.

Hilfestellung auf Tastendruck

Der WC-Bereich weist jedoch noch andere Besonderheiten auf: Das WC hängt an einem elektrisch verstellbaren Gestell und kann in seiner Position in der Höhe, auch bei Belastung, sowie in der Neigung verändert werden. Letzteres hilft besonders beim Aufstehen. Sicheren Halt in jeder Situation geben zudem die ergonomischen, auf Tastendruck mitfahrbaren Stützklappgriffe rechts und links vom WC.

Für alle Zeiten gut aufgehoben
NACHHER: Neue Anordnung, neue Farben, neuer Komfort: Das Bad von Familie Preuß ist nach dem umfassenden Umbau kaum wiederzuerkennen. Foto: VDS
Für alle Zeiten gut aufgehoben
NACHHER: Der Waschplatz garantiert Beinfreiheit beim Sitzen und ist später auch gut mit dem Rollstuhl zu benutzen. Foto: VDS
Das Bad fürs ganze Leben im Detail zeigt unsere Fotogalerie.
PLANUNG UND AUSFÜHRUNG:

Josef Küpper Söhne GmbH, Bonn

 

HERSTELLERANGABEN:

A.S.T. Angewandte Systemtechnik GmbH: WC-Gestell, Aufputzmodell; Stützklappgriff mit Tastatur; Stützklappgriff mit Papierrollenhalter

Bemm: Serie „Plawa Purline“: Planheizwand mit LED-Hinterleuchtung

Geberit: Serie „Aqua Clean 8000 Plus“: Dusch-WC

Keramag: Serie „Renova Nr. 1 Plan“: Möbelwaschtisch

Keuco: Serie „Elegance“: Handtuchhalter, Handtuchhaken, Waschtisch-Armatur mit Infrarot und Netzanschluss; Serie „Edition 11“: Handtuchhalter, Duschkorb, Thermostat-Armatur Dusche; Serie „Edition 300“: Kopfbrause, Hochschränke weiß hochglänzend; Serie „Plan“: Handbrause mit Wandhalter, Hocker, Lotionspender; Serie „Plan Care“: Duschhandlauf, Klappsitz, Bürstengarnitur, Universal-Ablagekonsolen, Fönhalter

Roth: Duschabtrennung, Eckeinstieg mit zwei Falttürelementen

Viega: Serie „Advantix“: Duschrinne; Serie „ER 3“: Designrost

Zierath: Leuchtspiegel „Verona“