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Glossar
Allgemein Bad der Zukunft Barrierefrei Förderung Generationengerecht KfW Pflege Sanitärprofis Senioren Veranstaltungen
29. November 2017
Rund 100 Teilnehmer interessierten sich für das Thema Pflegebad und nahmen wichtige Impulse mit.

Fachtagung des ZVSHK und der BAGSO

Bad der Zukunft für alle Generationen

(dh/red-abb) Vor welchen großen Herausforderungen SHK-Handwerk und Pflege stehen, beleuchtete die Fachtagung „Erfolgsfaktor Badezimmer für die Pflege Zuhause“.

Denn in nur etwa 6 Millionen der insgesamt 36 Millionen Wohnungen in Deutschland ist ein altersgerechtes Bad vorhanden. Das macht das Ergebnis einer aktuellen forsa-Studie im Auftrag der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) deutlich. Zur Tagung nach Berlin waren im November rund 100 Teilnehmer aus Handwerk, Pflege, Ministerien und Lobbyorganisationen gekommen. Eingeladen hatten der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Interessiert hörten die Anwesenden dem Vortragsprogramm zu. Dieses beleuchtete den Themenkomplex aus politischer Sicht sowie aus Handwerks- und Pflegepraxis.

Wiederauflage des KfW-Programms gefordert

In der sich anschließenden regen Diskussion rückten schnell die finanziellen Zuschüsse für Badumbauten in den Mittelpunkt: Einerseits ging es um die sogenannten „wohnumfeldverbessernden Maßnahmen“. Hierüber können Menschen mit einem Pflegegrad bis zu 4.000 Euro pro Person von der Pflegekasse erhalten. Andererseits wurde das KfW-Programm 455 angesprochen. Dieses bezuschusst unabhängig von Alter oder Handicap. Die Teilnehmer  waren sich darin einig, dass die seit August ausgeschöpften KfW-Fördermittel schnellstens wieder zur Verfügung gestellt werden müssen. Damit Schwung in den Bau von altersgerechten Bädern kommt, lautete ein Appell an die Politik, Zuschüsse auch für die Wohnungswirtschaft sowie für Neubauten vorzusehen.

Podiumsdialog: Ist eine bauliche Qualitätssicherung im Rahmen der ambulanten Pflege notwendig?
Podiumsdialog (v.l.): Joachim Seeger (Referatsleiter Wohnen im Alter, Wohnungsgenossenschaften, Energetische Stadtsanierung im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Andreas Müller (Hauptgeschäftsführer ZVSHK), Prof. Christel Bienstein (Präsidentin Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.), Friedrich Budde (Präsident des ZVSHK), Clemens Löcke (Moderator), Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr (Bundesministerin a.D. und stellvertretende Vorsitzende BAGSO) und Dr. Martin Schölkopf (Leiter der Unterabteilung Pflegesicherung im Bundesministerium für Gesundheit).

Gefordert wurde außerdem, dass Bäder schon vor Eintreten einer Pflegebedürftigkeit seniorengerecht sein müssen. In diesem Zusammenhang zeigte sich einmal mehr, dass das Bad der Zukunft für jede Generation geeignet und ohne größeren Aufwand flexibel veränderbar sein muss.

Das Bad als Arbeitsplatz

Eine stärkere Verzahnung von Pflege und Prävention sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) und den Handwerkern hielten die Teilnehmer ebenso für wichtig.

Weitere Diskussionspunkte waren das Bad als Arbeitsplatz sowie die Forderung nach Abschaffung der Rückbaupflicht. Hier sind insbesondere die Mietervereine aufgerufen. Sie sollten sich dafür einsetzen, dass Badumbauten, die von Mietern finanziert werden, von diesen bei Auszug nicht wieder in den Ursprungszustand versetzt werden müssen.

Aus dem Bereich der Pflege kamen etliche Wortmeldungen mit Schilderungen von Arbeitsbedingungen und Anforderungen.
Aus dem Bereich der Pflege kamen etliche Wortmeldungen mit Schilderungen von Arbeitsbedingungen und Anforderungen.

Studie Pflegebad 2030

Auf großes Interesse bei den Anwesenden stieß die Mitteilung von ZVSHK-Präsident Friedrich Budde über die von seiner Organisation initiierte Studie „Pflegebad 2030“. Sie soll herausfinden, wie ein altersgerechtes Bad aussehen muss, das insbesondere für die Nutzung bei Pflegebedürftigkeit geeignet ist. Hierzu werden Betroffene, ambulante Pflegkräfte, Angehörige sowie Experten befragt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte 2018 veröffentlicht.

Zusätzliche Informationen über die Fachtagung sind hier veröffentlicht.

Die Einladung einschließlich Programm steht hier zur Ansicht.